DER MENSCH
IM MITTELPUNKT

Überlastungen bei Telekommunikations- und Postunternehmen

Im Zuge einer Arbeitsgruppensitzung im hochwassergeplagten Bonn/Köln wurde von den Teilnehmern unter Beisein vom Generealsekretär von CESI, Klaus Heeger beschlossen, am 14. Dezember 2021 ein Symposium zum Thema „Überbelastung der Kollegenschaft in den Postdiensten und der Telekommunikation“ in Wien abzuhalten.

Es werden dazu bis zu 100 Teilnehmer aus ganz Europa erwartet. Dies scheint uns aus Sicht der Gewerkschaften das brennendste Thema zu sein, zumal die unterschiedlichen Überlastungen je nach Branche, stetig bei den MitarbeiterInnen steigen.

Darüber hinaus werden wir uns natürlich auch mit den aktuellen Themen, Digitalisierung und den Auswirkungen von Homeoffice, prekären Dienstverhältnissen, sowie einhergehend dem Lohn- und Sozialdumping befassen.

Starke europäische Gewerkschaften sind notwendiger denn je, um aufgrund von Liberalisierung und den Privatisierungen, einen Gegendruck erzeugen zu können.

Frauenklausur am Hitzepol von Österreich

Es war das erste Treffen von Vertreterinnen der A1 Telekom Austria AG und der Post AG nach diesem so beschwerlichen letzten Jahr. Unter Einhaltung der 3G-Regeln versammelten sich die Damen vom 23. – 25.6. 2021 in Pöllau, um sich zu frauenrelevanten Themen auszutauschen.

Die teilnehmenden Damen konnten viel Neues aus den Ausführungen von Mag. Mag. Dr. Karin Petter-Trausznitz, Msc für die Erfüllung ihrer Arbeit wieder mitnehmen. In unserer Mitte durften wir auch FCG Bundesfrauen Vorsitzende Monika Gabriel herzlich begrüßen, die uns trotz dieser außergewöhnlichen Temperaturen an ihrem Erfahrungsschatz teilhaben lies. Themen wie Balance-Familie, Beruf und ich; Arbeit und Einkommen; Chancengleichheit; Soziales sowie Alternsgerechtes Arbeiten-Pension wurden besprochen.

Natürlich durften der FCG Fraktionsvorsitzende A1 Telekom Gottfried Kehrer und GPF FCG Vorsitzender Manfred Wiedner nicht fehlen. Gottfried Kehrer betonte die Wichtigkeit der Frauen in Personalvertretung und Gewerkschaft und bedankte sich für deren Engagement. Gottfried und Manfred gaben dann auch noch Einblicke in die derzeit in den jeweiligen Unternehmen dominierenden Themen.

In den beiden Anschlusstagen wurde die Klausur unter der Leitung der GPF Frauenvorsitzenden Ulrike Ernstbrunner interfraktionell fortgesetzt.

 

Mogelpackung oder Innovation?

Jetzt ist sie also da, die neue Betriebsvereinbarung „Flex Office“. 3 Flex-Office Modelle stehen grundsätzlich zur Auswahl.

Flexible Arbeitszeitmodelle und flexibles Office nach Wahl wurden versprochen. Vertrauen in die Mitarbeiter, wertschätzender Umgang im Rahmen von New Work vorgestellt. Die Qual der Wahl bleibt den Kolleg*innen aber erspart: Werden doch bereits im Vorhinein von manchen Führungskräften nur 2 Modelle zur Vereinbarung angeboten. Diese Vorgangsweise wird mit der Arbeitsplatzbeschreibung, dem Tätigkeitsbereich, bzw. „dort wo es möglich ist“ argumentiert.

Vor allem das 4+1 Modell (Homeoffice based) scheint in vielen Teams nicht möglich zu sein, obwohl der Tätigkeitsbereich dies zulassen würde. Verständlich, dass ein Techniker kein 4+1 Modell nehmen kann, aber bei Bürotätigkeiten fehlt es an Nachvollziehbarkeit dieser Entscheidung. Es erhärtet sich der Eindruck, dass manche Führungskräfte ihre Mitarbeiter lieber vermehrt im Büro sehen wollen, was grundsätzlich nachvollziehbar ist. Traurig, dass plötzlich auch am Freitag unbedingt Anwesenheit im Büro gezeigt werden muss.

Gegenseitiges Vertrauen steigert die Motivation der Mitarbeiter und wirkt sich auch positiv auf die Unternehmensergebnisse aus.

Das haben die A1 Telekom Mitarbeiter während der Corona-Zeit hinlänglich bewiesen. Wurde doch seit März 2020 in vielen Bereichen fast durchgängig aus dem Home-Office gearbeitet – mit Erfolg! Warum die KollegInnen in Teams, wo es möglich wäre, trotzdem nur 2 Modelle angeboten bekommen, bleibt unverständlich.

Ist das also the New Way of Work?

Wir sehen in dieser Betriebsvereinbarung eine Win – Win Chance, die auch gelebt werden sollte.